Marktbericht März 2025
Der Finanzmarkt: Die letzte Bastei der Demokratie?
Was bedeutet Demokratie heute eigentlich noch? Laut Ursprung bedeutet sie „Herrschaft des Volkes“. Oder wie Abraham Lincoln es 1863 in Gettysburg formulierte: „Regierung des Volkes, durch das Volk, für das Volk.“
Doch wie sieht die Realität aus? Dort, wo gewählt wird, wird zwar gewählt – aber passiert danach wirklich das, was sich die Mehrheit davon verspricht?
Man könnte über den Atlantik blicken und sich fragen, ob Trumps Maßnahmen tatsächlich so von seinen Wählerinnen und Wählern gewollt und gutgeheißen werden. Man kann aber genauso gut vor der eigenen Haustür bleiben und sich fragen, ob ein Friedrich Merz das umsetzt, wofür er angetreten ist.
Am Finanzmarkt hingegen geht es bei „Demokratie“ vor allem um ökonomische Freiheit – und damit um Planbarkeit, Verlässlichkeit und ein gewisses Maß an Ordnung. Willkürliches politisches Handeln schreckt Investoren ab, weil es Unsicherheit erzeugt, die sich kaum kalkulieren lässt. Studien zeigen: Wirtschaftlicher Wohlstand und ökonomische Freiheit sind eng miteinander verknüpft.
Zusammenhang zwischen ökonomischer Freiheit und Einkommen

Quelle: Fraser Institute, Economic Freedom: What is it? How is it measured? And how does it affect our lives?, Mitchell, M.D., September 2024
USA unter Druck – nur eine Kurskorrektur oder Vertrauensverlust?
Die US-Börsen verzeichneten im März deutliche Rückgänge: -4 % beim Dow Jones, -8 % beim NASDAQ-100. Ist das lediglich die Rücknahme der Vorschusslorbeeren, die Trump nach seinem Wahlsieg im November 2024 erhielt? Oder steckt mehr dahinter – etwa die Sorge internationaler Investoren, dass es um die wirtschaftliche Freiheit in den USA nicht zum Besten steht?
Eigentlich steht Donald Trump für wirtschaftsfreundliche Politik: Steuersenkungen, billige Energie, Heimatschutz für Industrie und Arbeitsplätze. In unserem Marktbericht vom Dezember 2024 hieß es noch: „Trump bringt Optimismus in die US-Wirtschaft – zumindest aus Sicht vieler Anleger.“
Doch inzwischen rufen umfangreiche Zollankündigungen und protektionistische Töne Zweifel hervor. Was, wenn diese Politik eher Unsicherheit schafft als Standortvorteile?
Ein Beispiel auf Unternehmensebene: Tesla.
Die Aktie war nach Trumps Wahlsieg hochgejubelt – und ist nun wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen.
Warum kaufen plötzlich weniger Menschen einen Tesla? Liegt es an der Qualität? Oder eher daran, dass der Kauf eines Teslas mittlerweile als politisches Statement verstanden wird – eines, das sich nicht mit demokratischen Werten verbinden lässt? Ein Imagewandel, der Konsumenten wie Investoren gleichermaßen abschrecken könnte.
Tesla-Aktie 1 Jahr

Quelle: Infront
Europa punktet mit Stabilität – trotz politischer Startschwierigkeiten
Und Europa? Auch wenn der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz etwas anders in sein Amt startet, als angekündigt – die Märkte honorieren die Richtung. Auf der einen Seite stehen neue Investitionen, die konjunkturellen Rückenwind bringen. Auf der anderen Seite wird in Europa nach wie vor ein ordnungspolitischer Rahmen gepflegt – mit einem klaren Bekenntnis zu demokratischen Werten.
Ein weiteres Beispiel für die Rolle des Finanzmarkts als Seismograf demokratischer Stabilität: die Türkei.
Die Festnahme vom größten Erdogan-Rivalen Ekrem Imamoglu sorgte für heftige Marktreaktionen: Der türkische Leitindex ISE 100 stürzte um rund 20% ab und die türkische Lira verlor – wie schon in den vergangenen Jahren – weiter deutlich an Wert.
Finanzmärkte als Gradmesser für Freiheit und Verlässlichkeit
Natürlich kann der Finanzmarkt nicht alle gesellschaftlichen Entwicklungen steuern oder lösen. Aber er zeigt mit bemerkenswerter Klarheit, wo Vertrauen in verlässliche Rahmenbedingungen vorhanden ist – und wo nicht.
Denn die großen Geldströme folgen am Ende nicht nur den Renditechancen, sondern auch der Frage: Wie stabil ist das Umfeld? Wie verlässlich sind Regeln?
In dieser Hinsicht überrascht es wenig, dass europäische Aktien zuletzt stärker gefragt waren als amerikanische. Eine mögliche US-Rezession könnte diesen Trend noch verstärken – entscheidend aber ist: Investoren meiden Regionen, in denen Rechtsstaatlichkeit, ökonomische Freiheit und demokratische Grundordnung an Bedeutung verlieren.
Wertentwicklung S&P500 (lila) vs. EURO STOXX 50 (grün) seit Amtsantritt Donald Trump

Quelle: Infront
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