Zwischen Hoffnung, Härte und Hedging – das Börsenjahr 2025 im Rückblick.
Das Kapitalmarktjahr 2025 war in außergewöhnlichem Maße politisch geprägt. Für Euro-Anleger bestimmten weniger klassische Konjunkturzyklen als vielmehr politische Entscheidungen, geopolitische Spannungen und daraus resultierende Währungsbewegungen den Anlageerfolg. Insbesondere die Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus, die daraus resultierende Neuordnung der US-Wirtschafts- und Handelspolitik sowie die Reaktionen Europas und Deutschlands bildeten den roten Faden eines Jahres, das von anfänglicher Euphorie, zunehmender Ernüchterung und selektiven Chancen geprägt war.
Zu Jahresbeginn dominierten an den internationalen Kapitalmärkten Optimismus und Risikobereitschaft. Die neue US-Regierung unter Donald Trump setzte früh klare wirtschaftspolitische Akzente: angekündigte Steuersenkungen, Deregulierung und eine wirtschaftsfreundliche Rhetorik nährten Erwartungen steigender Unternehmensgewinne. US-Aktien profitierten deutlich, und der US-Dollar wertete gegenüber dem Euro zunächst spürbar auf. Für Euro-Anleger erwiesen sich US-Investments in dieser Phase doppelt attraktiv – sowohl durch steigende Kurse als auch durch positive Währungseffekte.
Im weiteren Verlauf des Jahres begann sich das Marktumfeld jedoch spürbar zu verändern. Trumps protektionistische Handelspolitik, neue Zollandrohungen und eine zunehmend konfrontative außenpolitische Linie führten zu wachsender Unsicherheit. Die Volatilität an den Aktienmärkten nahm zu, während das Vertrauen internationaler Investoren in die langfristige Stabilität der US-Wirtschaftspolitik nachließ. Gleichzeitig rückten die steigenden Haushaltsdefizite und der politische Druck auf unabhängige Institutionen stärker in den Fokus.
Diese Entwicklung spiegelte sich zunehmend im Devisenmarkt wider. Der US-Dollar verlor gegenüber dem Euro an Stärke, da Kapitalströme begannen, sich breiter zu diversifizieren. Für Euro-Anleger relativierte sich damit die Performance vieler US-Anlagen deutlich. Während US-Indizes in lokaler Währung weiterhin solide abschnitten, schrumpften die Erträge nach Umrechnung in Euro – ein Effekt, der die Attraktivität europäischer Märkte spürbar erhöhte.
USD/EUR Entwicklung in 2025

Mit dem Umschwung im Währungsumfeld gewann auch Gold erneut an Bedeutung. Die Kombination aus politischer Unsicherheit, zunehmender Skepsis gegenüber der fiskalischen Nachhaltigkeit der USA und einer allmählichen Dollar-Schwäche verlieh dem Edelmetall neuen Auftrieb. In Euro gerechnet erreichte Gold im Jahresverlauf neue Höchststände und stieg im Jahresverlauf um rund +50% an.
In dieser Phase richtete sich der Blick vieler Euro-Anleger verstärkt nach Europa. Die neue Bundesregierung in Deutschland sorgte mit ambitionierten Investitionsankündigungen für zusätzliche Impulse. Geplant waren umfangreiche Ausgaben für Infrastruktur, Energie, Digitalisierung und Verteidigung – Themen, die insbesondere mittelgroße und kleinere börsennotierte Unternehmen adressierten. Entsprechend entwickelten sich MDAX und SDAX in der ersten Jahreshälfte überdurchschnittlich. Die politische Aufbruchsstimmung führte zu steigenden Gewinnerwartungen und einer Neubewertung zahlreicher Titel, die als direkte Profiteure staatlicher Investitionen galten.
Diese Euphorie hielt jedoch nicht ungebrochen an. Im weiteren Jahresverlauf zeigten sich Verzögerungen bei der konkreten Umsetzung der Programme, finanzpolitische Diskussionen sowie regulatorische Hürden. Besonders einige Nebenwerte reagierte sensibel auf konjunkturelle Abschwächungstendenzen und nachlassenden Optimismus. Dennoch blieb festzuhalten, dass europäische und deutsche Nebenwerte aus Sicht von Euro-Anlegern strukturelle Vorteile boten: geringere Währungsrisiken, moderatere Bewertungen und eine stärkere Abhängigkeit von regionalen Investitionszyklen statt globaler politischer Eskalationen.
Zum Jahresende 2025 ergab sich damit ein klar differenziertes Bild. Die US-Märkte blieben zwar Dank ihrer Big-Techs innovations- und gewinnstark, waren jedoch zunehmend von politischen Risiken und Währungsunsicherheiten geprägt. Europa konnte sich nicht vollständig abkoppeln, profitierte aber relativ von Kapitalzuflüssen und einer stabileren geldpolitischen Perspektive. Gold hatte sich als renditestarker Portfoliobaustein etabliert, während MDAX und SDAX trotz zwischenzeitlicher Rückschläge im Jahr 2025 ihre Rolle als zyklische, politisch flankierte Ergänzung zum DAX bestätigten.
Insgesamt verdeutlichte das zurückliegende Jahr eindrucksvoll, wie entscheidend für Anleger das Zusammenspiel aus Politik, Währung und regionaler Allokation geworden ist. Trumps Politik wirkte kurzfristig stimulierend, mittelfristig jedoch destabilisierend für den US-Dollar. Europa und Deutschland boten keine risikofreie Alternative, aber bewertungsbedingt ein ausgewogeneres Chancen-Risiko-Profil, insbesondere im Mid- und Small-Cap-Segment.